das Grauen streckt seine Klauen aus
ooh, weck' mich aus meinem Albtraum auf

stalker

Montag, 30. Juli 2012



''die welt kann so schön sein'', denke ich
ich gucke auf die schatten die auf den sitzpolstern hin und her springen
''habe ein bisschen vertrauen in dich selbst''
''du hast so viele talente''
''du bist so stark''
dunkel, hell, dunkel, hell
die türen öffnen sich zischend
ich höre die stimme meiner therapeutin im kopf
''du musst nur ein bisschen mehr an dich glauben''
ein mann setzt sich neben mich
er hört laute musik
ich höre laute musik
draußen rauscht die welt vorbei
das leben rauscht vorbei
spring auf, steig ein, sonst hast du es verpasst
sonst ist es ohne dich abgefahren
ein mädchen und ein junge
sie streiten sich
das mädchen gibt dem jungen eine ohrfeige und steigt aus als der zug nochmals quietschend hält
''ICH HASSE DICH'' schreit sie laut
der junge fällt in sich zusammen
er setzt sich auf den sitz gegenüber von mir
tränen glitzern in seinen augen
alles, alles gute dir
er verdeckt das licht und die schatten
er verdeckt das fenster mit dem vielen grün, mit der weiten welt
''vielleicht wäre ein bestimmter zeitraum in der klinik eine möglichkeit, endlich mal zur ruhe zu kommen, meinst du nicht?''
nein
''oder vielleicht bringt meditation etwas''
nein
''du hast depressionen''
''du bist anfällig für probleme, und wenn sie sich häufen und sie nicht greifbar sind, sie wirken dann mit tiefer traurigkeit auf dich''
''du fühlst nicht mehr''
''wieso lachst du nicht mehr?''
''was hast du gefühlt als du dich selbst verletzt hast''
die stimmen wollen nicht aufhören
haltet den zug an!
haltet die welt an!
ich steige aus

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